Kollektive Rhythmik. Die Übersetzung temporärer Bewegung in das modulare Gefüge eines urbanen Designsystems.

Die visuelle Verankerung eines neuen Großfestivals für zeitgenössischen Tanz verlangt nach einer Ästhetik, die den öffentlichen Raum nicht bloß dekoriert, sondern besetzt. Das für die Tanztriennale Hamburgentwickelte Brand Design versteht sich als grafische Entsprechung kollektiver Bewegung. Die crossmediale Corporate Identity verzichtet auf statische Strukturen und etabliert stattdessen ein fluid wandelbares System, das die Dynamik und die gesellschaftliche Relevanz der Avantgarde direkt in die Fläche übersetzt.

Das visuelle System schöpft seine Kraft aus der bewussten Rhythmisierung des Stadtraums. Um Großformate wie die City Parade visuell zu tragen, basiert das Design auf einer lauten, unübersehbaren Präsenz. Jede typografische Entscheidung – geprägt von expressiven, kraftvollen Schriftzeichen – und die Rhythmik der Layout-Raster brechen mit traditionellen Sehgewohnheiten. Die Farbwelt setzt auf kontraststarke, energetische Signaltöne, die im analogen Plakatierungsraum ebenso funktionieren wie auf digitalen Screens und eine durchgängige visuelle Strahlkraft erzeugen.

Diese formale Konsequenz bestimmt sämtliche Facetten der Festivalkommunikation. Das System funktioniert als modularer Baukasten, der sich flexibel an verschiedene Medienformate anpasst, ohne seine visuelle Identität zu verlieren. Im Rahmen von Webdesign und Online-Präsenz setzt sich diese dynamische Logik nahtlos fort. Das digitale Raster nutzt großzügige Schnitte und animierte Typografie-Ebenen, welche die Energie der physischen Tanz-Performances in den virtuellen Raum spiegeln. Ein Gefüge, das Kunst im öffentlichen Raum verankert und seine Gültigkeit aus der Stringenz des Rasters zieht.